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2024 Hauptzollamt Hamburg

EU-offener Realisierungswettbewerb

Wettbewerb:
2024, 3. Preis
Bauherr:
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben
Leistungen:
LP 1-2
BGF:
21.000 qm
BRI:
70.000 cbm
Baukosten:
53 Mio Euro

Ziel des zwei-phasigen Wettbewerbs war es, einen Vorentwurf für die neuen Räumlichkeiten des Hauptzollamtes Hamburg in der HafenCity zu entwickeln. Das neue Hauptzollamt soll an der Koreastraße gebaut werden und bildet dabei einen städtebaulichen „Schluss-Stein“, der die Architektur dieses Gebiets abrundet. Der nordwestliche Block schließt den Bereich mit rötlichen Klinkerbauten ab und schafft eine funktionale sowie gestalterische Verbindung zwischen der Shanghaibrücke und dem Lohsepark. Die Fassadengestaltung entlang der Straße wird dieser besonderen Lage gerecht, indem sie sowohl Licht und Luft in die Innenhöfe leitet als auch eine harmonische Verbindung zwischen den Gebäuden schafft. Die Ziegelfassade ist in einem Netzmuster gehalten, das je nach Erfordernis geschlossen, verglast oder begrünt ist.

Die drei Büroflügel des Gebäudes sind kammartig angeordnet und orientieren sich in Ost-West-Richtung, was den Arbeitsräumen eine „Lichtfassade“ verleiht. Das Erdgeschoss entlang der Koreastraße ist offen gestaltet, um die Nähe zum Hauptzollamt zu betonen und den öffentlichen Raum zwischen der Shanghaiallee und dem Lohsepark zu verbinden. Die Ziegelfassade selbst nimmt stilistisch Bezug auf die Speicherstadt und interpretiert deren historische Gebäudetypologie modern.

Das Erdgeschoss des Gebäudes ist komplex in seiner Nutzung, mit Anlieferung, verschiedenen Eingängen und einer klaren Trennung zwischen öffentlichen und internen Bereichen. Eine Ost-West-Achse verbindet die beiden Eingänge und Treppenhäuser miteinander und sorgt für eine flexible und übersichtliche Erschließung. Der zentrale Aufzugskern dient als „Rückgrat“ des Gebäudes und verbindet alle Etagen ab dem 1. Obergeschoss. Die Innenhöfe bieten Raum für Gemeinschaftsbereiche und Teeküchen, die von natürlichem Licht und frischer Luft profitieren.

Die Tiefgaragenzufahrt und die Verbindung zur Paketkammer befinden sich an der Ostseite des Gebäudes und ermöglichen eine unkomplizierte Bewegung durch das Gebäude, was die Orientierung erleichtert.

Durch die Ost-West-Ausrichtung der Büroräume wird eine optimale Nutzung des natürlichen Lichts erreicht, was zu hellen, freundlichen Arbeitsplätzen führt. Das Gebäude nutzt einen Mix aus diffusem Nordlicht und sanfter Sonnenbestrahlung, während offene Fassaden und vertikale Außenlamellen den Bedarf an Kunstlicht verringern. Die halboffenen Innenhöfe bringen zudem das südliche Licht in den Straßenraum der Koreastraße, was an sonnigen Tagen eine angenehme und stimmungsvolle Atmosphäre schafft.